Gedanken zum Sommer
Liebe Leserinnen und Leser,
Schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben … heißt es gleich zu Beginn in Paul Gerhardts bekannten Sommerlied „Geh aus, mein Herz“ (EG 503,1). Und es ist wahr: wenn wir auf den Lauf eines Jahres schauen, dann hat jede Jahreszeit etwas für sie Typisches: Im Frühjahr sind es die Tulpen, der Löwenzahn, die Maiglöckchen, die Rosen. Im Sommer die Margeriten, die Lilien, die Sonnenblumen. Im Herbst sind es dann die Anemonen, die Astern, Äpfel und Birnen, im Winter die Christrosen und – wenn auch nur im Blumentopf – der Weihnachtsstern.
Als ich jung war, ist mir das nicht so aufgefallen, aber mit zunehmendem Alter entdecke ich staunend die vielfältigen Zeichen, die mir den Beginn oder das nahende Ende einer jeweiligen Jahreszeit ankündigen. Die Natur ist voller Kraft, die dem Leben immer wieder neu zum Durchbruch verhilft und ist ein Garant dafür, dass Gott seine Treue hält.
Im ersten Buch der Bibel, im 1.Buch Mose lesen wir: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ (1. Mose 8,22) Mit diesem Versprechen und mit dem Zeichen des Regenbogens endet die Geschichte von der Sintflut. In der Erzählung lesen wir, dass Gott letztlich für seine Schöpfung sorgen will. Und so kann alle Jahre wieder jede einzelne Blume zu gegebener Zeit zu einer Botschafterin dieses Versprechens werden und in uns die Zuversicht in Gottes Treue stärken
Liebe Leserinnen und Leser, ich wünsche Ihnen in diesen Sommerwochen immer wieder besinnliche Augenblicke, in denen Sie die Schönheit der Natur bestaunen und Gott von Herzen für seine Schöpfung und seine Treue danken können.
Pastor Stephan Pregitzer