Gedanken zum Sommer

Nachricht Ockenhausen, 08. August 2022

Gedanken zum Sommer

Sommer, liebe Leserinnen und Leser – das ist die üppige Zeit im Jahr: die Bäume strotzen vor Grün, knallrot leuchten Johannisbeeren aus den Sträuchern. Es ist lange hell und warm und man kann so wunderbar, bis in die Nacht hinein, unterm Sternenhimmel sitzen. Die Grenze zwischen Tag und Nacht, zwischen Drinnen und Draußen verfließt.


„Ich mag den Sommer gar nicht“, schimpft eine junge Frau. „Die Sonne brennt. Die Hitze knallt. Nicht mal nachts kühlt es ab und ich schlafe schlecht.“ Und ihr fallen noch mehr Gründe gegen den Sommer ein: „Draußen herrscht ständig Hochbetrieb: Meine Nachbarn grillen in einer Tour und der Rauch zieht in meine Wohnung. Immer wieder machen Menschen, bis spät in die Nacht, laut Party – und am nächsten Morgen liegt überall Müll rum.“ Auch das, liebe Leserinnen und Leser, ist Sommer.

 

Man muss den Sommer nicht lieben. Gott lob gibt es vier Jahreszeiten und jede hat ihr eigenes Thema und ihren ganz eigenen Reiz. Im Frühling und Sommer entfaltet sich die Natur. Zeit zum Wachsen und Reifen. Alles drängt nach außen – bei so viel Extrovertiertheit kann man schon mal zusammenprallen. Vielleicht aber gehört Konfrontation zum Reifen dazu...?! Im Herbst und Winter hingegen ist dann wieder Zeit für Rückzug, sich einmummeln und neue Kräfte sammeln.

 

Es gibt viele Sommerliebhaber. „Der Sommer ist so herrlich leicht“, sagt ein Freund. „Wenn ich mich nicht gerade in den Anzug werfen muss, bleiben die schweren Kleidungsstücke im Schrank.“ Sommer weckt bei vielen die Sehnsucht, dass das Leben immer so sein könnte: hell und warm, leicht, auf der Höhe der Kräfte und Möglichkeiten. Darum ist der Sommer in Gedichten und Liedern immer wieder auch ein Sinnbild für Ewigkeit.

 

Ein Sommerlied überhaupt in der Kirche ist: „Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit.“ Geh aus, mein Herz … Ich male mir das gerne aus: Mein Herz hopst in die Welt hinein und entdeckt, was dieses Leben alles hergeben kann: Die Bäume voller Laub, die Lerche in der Luft und der Gesang der Nachtigall, der Weizen, der Mais, der mit Kraft in die Höhe wächst – sie alle sind Gaben Gottes. Ich muss nur rausgehen und die Augen aufmachen – und entdecke staunend, wie wunderbar Gott alles geschaffen hat.

Und gleichzeitig ist die Sommerzeit bereits ein Vorgeschmack der Ewigkeit; die stellt manche/r sich oft langweilig vor. Aber – warum nicht die Ewigkeit einmal wie einen Sommertag denken: sonnendurchleuchtet…

 

Ich möchte mit Worten von Paul Gerhard schließen, der in der 10. Strophe seines Sommerliedes „Geh aus, mein Herz …“ dichtet:                                                                          

Welch hohe Lust, welch heller Schein wird wohl in Christi Garten sein!                Wie muss es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim                               mit unverdrossnem Mund und Stimm ihr Halleluja singen, ihr Halleluja singen. 

So legt mir der Sommer ein Stück Ewigkeit ins Herz.

 

Ihnen allen eine gesegnete Sommerzeit!

 

 

 

Es grüßt:

Stephan Pregitzer
Neudorfer Straße 76
26670 Ockenhausen
Tel.: 04956 1381
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