Andacht zum Monatsspruch Mai 2022

Nachricht Ockenhausen, 01. Mai 2022

Andacht zum Mai 2022

Liebe Leserinnen und Leser,

Erster Mai 2022 - Maibaum, Freinacht, Walpurgisnacht, Tag der Arbeit – der Monat Mai begann mit einem symbolträchtigen Wochenende und der erste Mai fiel dabei auf einen Sonntag. Irgendwie eine Doppelung. Denn der Sonntag ist ohnehin ein Festtag im Lauf der Woche. Ein Tag, um von der Arbeit auszuruhen. Sich mit der Familie, mit Freunden, mit Mitmenschen zu treffen. Ein Tag, um Zeit für Gott zu haben.

Gott selber hat nach 6 Tagen Arbeit einen ganzen Tag geruht. Und er will uns diesen Tag zum Geschenk machen. Leider haben wir Menschen heute andere Wünsche: immer mehr erleben, immer mehr reinpacken. Dabei erinnert der 1. Mai als Tag der Arbeit ja gerade an den langen Kampf der Arbeiter, auch einmal ruhen zu dürfen. Nicht 60 Stunden in staubigen Fabriken schuften. Sondern ein menschenwürdiges Leben haben. Mit Freiräumen zum Leben, zur Gemeinschaft, zur Kreativität.

Maibaum, Freinacht, Walpurgisnacht, Tag der Arbeit. Tatsächlich ist der Tag der Arbeit erst viel später dazu gekommen. Und hat doch mit den anderen Bräuchen zu tun. Am 30. April und 1. Mai feiern die Menschen seit alters her, dass nichts so bleiben muss, wie es ist. Die Natur erwacht in diesen Tagen zu neuem und überschwänglichem Leben. Viele Bräuche feiern das Neue: eine neuerwachte Gemeinschaft im Ort unter dem Maibaum, ein Baum vor dem Haus der frischen Liebe, Freiheit von alten Konventionen in der Freinacht. Und am 1. Mai fordern eben auch die Arbeiter seit 1886, dass sich die Dinge ändern müssen. Und sie haben damit viel erreicht.

Vor zwei Wochen war Ostern. Christinnen und Christen feiern seit 2000 Jahren in der Osterzeit, dass nichts so bleiben muss, wie es war. Gott schenkt Jesus und seinen Menschen an Ostern ein neues Leben, dem keine Macht der Welt widerstehen kann. Seit Ostern muss nichts mehr bleiben, wie es war. Selbst die lähmende Macht des Todes nicht. Wir müssen uns in Gottes Namen nicht mit dem Status Quo abfinden.

Die frohe Botschaft von Jesu Sieg über den Tod lädt ein, die vielen kleinen und großen Tode dieser Welt zu überwältigen und dem Leben immer wieder neu zum Sieg zu verhelfen. Wir sollen beten und handeln, dass es Friede wird, dass nicht Milliarden Menschen hungern müssen. Dass wir aus den Erfahrungen der Coronazeit heraus eine solidarischere Gesellschaft werden. Dass Waffen schweigen.

Alles neu macht der Mai - sagt das Sprichwort. Die Bibel ergänzt: Wenn jemand zu Christus gehört, gehört er schon zur neuen Schöpfung. Das Alte ist vergangen, etwas Neues ist entstanden! (1. Korinther 5,17)

Ich wünsche Ihnen, dass sie das in Ihrem Leben immer wieder neu erfahren!

Ihr Pastor Pregitzer.

Es grüßt:

Stephan Pregitzer
Neudorfer Straße 76
26670 Ockenhausen
Tel.: 04956 1381
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